Das Lernen ist schwer, das Können leicht.

Was ich kann, das kann ich! Ja, klar. Aber wie komme ich dahin? Wie komme ich zum Können? Der Weg scheint steinig und die meiste Zeit bergauf zu führen. Der Weg heißt Lernen. Gepflastert ist er mit Wissen. Das Vorwärtskommen ist die Erfahrung. Beides ist nötig, der Weg und das Voranschreiten. An den Zollstellen entrichten wir unser Lehrgeld aber am Ende wartet die Belohnung. Das Können.

Weg
Können warten am Ende des Wegs.

Lernen als Individuum

Wenn ich allein vor einer Aufgabe stehe, dann denke ich darüber nach, wie ich diese Lösen könnte. Wenn mir nichts einfällt, schaue ich im Internet nach oder frage jemand, der sich damit auskennt. Habe ich dann eine Idee, wie ich das Problem angehen kann, mache ich mich an die Arbeit. Das Ergebnis schaue ich mir an, und überlege, ob ich damit zufrieden bin. Wenn ja? Super. Wenn nicht, dann muss ich noch mal ran, bis es passt.

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Individuelles Lernen

Ich lerne, indem ich mein Wissen verwende und ein Problem löse. Mit der Erfahrung, die ich beim Problemlösen sammle, erweitere ich mein Wissen und Können.

Lernen als Team

Was passiert, wenn ein Team, also mindestens zwei Beteiligte, eine Aufgabe lösen müssen? Wenn sie die Aufgabe schon tausendmal lösen mussten, dann denken sie nicht lange nach, sondern erledigen diese einfach. Sie sind ein eingespieltes Team. So wie die Techniker in der Formel 1.

Denny Medley-US PRESSWIRE Copyright (c) Denny Medley
Können in Aktion. Ein eingespieltes Team.

Wenn die Aufgabe aber neu ist oder in dieser Form noch nie gestellt wurde? Dann muss sich das Team gemeinsam eine Lösung überlegen. Das heißt, die Teammitglieder müssen miteinander kommunizieren. Sie werfen ihr Wissen in einen Topf, ziehen eventuell noch einen Experten zu Rate und machen sich an die Arbeit. Sie müssen sowohl einzeln als auch gemeinsam die Ergebnisse überprüfen und bewerten.

TeamLernen
Teamlernen

Ein Team lernt, indem es das gemeinsame Wissen nutzt und ein Problem löst. Mit der Erfahrung die das gesamte Team beim Problemlösen sammelt, erweitert jedes Teammitglied und damit das gesamte Team sein Wissen und Können. Die Kommunikation zwischen den Teammitgliedern spielt dabei die wesentliche Rolle.

Werden Teams größer oder sitzen räumlich getrennt, dann ist die Kommunikation schwieriger und es gelten die gleichen Mechanismen wie beim Lernen als Organisation.

Lernen als Organisation

Wenn verschiedene Teams ähnliche Aufgaben lösen müssen, dann wäre es sinnvoll, wenn ein Team auf das Wissen und die Erfahrungen der anderen Teams zugreifen kann. Organisationen stehen vor der Aufgabe, das Wissen einzelner Personen oder Teams für andere Teams oder Personen zugänglich zu machen. Da nicht mehr, wie in Teams, Jeder mit Jedem reden kann, um sich Rat zu holen oder Erfahrungen zu vermitteln, müssen andere Strukturen geschaffen werden. Es muss eine Art Über- oder Organisatiosgehirn bereitgestellt werden, das Jeder anzapfen kann.

Organisationslernen
Lernen als Organisation

Eine Organisation lernt, indem sie das Wissen aller Personen und Teams nutzt, um Probleme zu lösen. Die Erfahrungen, die beim Problemlösen gesammelt werden, werden wiederum allen Personen und Teams bereitgestellt und vermittelt. Wesentlich sind dabei das Medium, das den Wissensspeicher der Organisation bildet und die Kommunikation mit diesem Speicher.

Lernen ist Reflexion und Veränderung

Wissen

Der Ausgangspunkt in allen drei Szenarios ist vorhandenes Wissen. Durch die Erfahrungen die beim Lösen der Aufgaben gesammelt werden und der Reflexion darüber wird das vorhandene Wissen verändert. Es wird entweder umstrukturiert oder ergänzt.

 

Software Entwicklung ist Lernen

“Software development is an exercise in learning” beginnt Allan Kelly sein Buch “Changing Software Development: Learning to Become Agile“. Er fährt fort mit “The process of learning and changing is an exercice in knowledge creation. Knowledge itself is learning with action…”.

Er identifiziert drei Bereiche in denen wir durch Software-Entwicklung unser Wissen erweitern:

  • Fachwissen, das Wissen der Anwender in ihrer Fachdomäne, für die die Software entwickelt wird.
  • Werkzeugwissen, das Wissen wie Programmiersprachen und -werkzeuge einzusetzen sind.
  • Prozesswissen, das Wissen wie bei der Software-Entwicklung vorzugehen ist.

Ich ergänze die Liste noch um:

  • Architekturwissen, das Wissen, wie Anwendungen “konstruiert” werden.

Zu allen Wissensbereichen ist Wissen verfügbar. Es steckt in den Köpfen der Menschen, in den Werkzeugen die sie benutzen oder in allen denkbaren analogen und digitalen Medien. Dieses Wissen kann aber immer nur ein Ausgangspunkt sein. Damit dieses Wissen einen Wert hat, egal ob für einen Einzelnen, für ein Team oder für eine Organisation muss es veränderbar sein. Veränderbar, damit es Erfahrungen aufnehmen kann. Veränderbar, damit daraus eine Fähigkeit, ein Können wird.

Wissensgesellschaft?

Wissensarbeiter
Wir sind Wissensarbeiter, das Notebook verrät uns!

Wir sind Wissensarbeiter. Wissen ist aber nur die halbe Miete. Wissen ist der Weg. Die Steine einzusammeln, die den Weg pflastern, nutzt nichts. Der Weg will gegangen sein. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Gehen. Das Können wartet erst am Ende.

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