Unsere Welt ist komplex. Unendlich komplex. Das Projekt “Powers of Ten” zeigt es deutlich. Spätestens wenn wir den Sturzflug aus einer Entfernung von 100 Millionen Lichtjahren bis in die kleinsten uns bekannten Strukturen unternehmen, wird uns das klar.
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| Powers of 10 |
Wir erkennen, dass die größeren Strukturen aus kleineren aufgebaut sind, die wiederum aus kleineren Strukturen bestehen, usw.
Andersherum: je größer unser Betrachtungsabstand wird, desto mehr verschwimmen oder verschwinden die Details der kleineren Strukturen. Wenn wir eine Straße überqueren wollen, schauen wir nach rechts und links und halten Ausschau nach einem herannahenden Auto. Wir interessieren uns nur für das “Muster” Auto. Typ, Farbe, Räder, Insassen also die kleineren Strukturen des Autos sehen wir nicht.
Wenn wir die Vorgänge in unserem Sonnensystem betrachten, interessieren uns die Kontinente auf der Erde nicht. Die Kontinente haben einfach eine kleinere Granularität als die Planeten. In unserer Beobachtung reduzieren wir unser Stern- und Planetensystem auf die Himmelskörper. Die Kontinente fallen unter die Wahrnehmungsschwelle.
Mit anderen Worten: Wir reduzieren die Komplexität des Systems “Sonnensystem” auf dessen Strukturelemente “Himmelskörper”. Komplexität und die systemische Betrachtungsweise der Welt sind untrennbar miteinander verbunden.Die allgemeine Systemtheorie beschäftigt sich damit.
| Den Wald vor lauter Bäumen sehen |
Wenn wir den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, haben wir uns in der inneren Struktur des Systems Wald verloren. Wenn wir das große Ganze, den Wald, wiedererkennen wollen, müssen wir einen Schritt zurück treten, also Abstand bekommen.